Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

 

 

Beim Arbeitsschutz greift das Unternehmermodell zu kurz

 

Immer wieder kommt die Sprache auf das sogenannte Unternehmermodell: Was bedeutet das eigentlich genau?
Als Unternehmer braucht man ja grundsätzlich eine Fachkraft für Arbeitssicherheit (FaSi) sowie einen Betriebsarzt. Bei kleineren Firmen könnte auch das sogenannte Unternehmermodell genutzt werden – das hängt auch vom zuständigen Unfallversicherungsträger ab. Das bedeutet, dass der Unternehmer eine besondere Schulung macht und damit FaSi und Betriebsärzte nur noch bei besonderen Anlässen hinzuziehen muss. Und nicht mehr grundsätzlich in einem bestimmten jährlichen Umfang.

Welcher Vorteil ergibt sich daraus?
Ein Vorteil scheint erstmal zu sein, dass man Geld spart, weil man die zuständigen FaSi und Betriebsärzte für weniger Stunden einsetzen muss. Das ist aber ein Trugschluss. Viele Unternehmer haben den Eindruck, dass sie mit dieser Schulungsmaßnahme alles im Bereich Arbeitsschutz erledigt haben. Doch die grundsätzlichen Hausaufgaben sind zu machen: Jemand muss die Gefährdungsbeurteilungen erstellen. Es müssen die notwendigen Unterweisungen vorbereitet, durchgeführt und dokumentiert werden. Und auch andere Maßnahmen müssen ermittelt und umgesetzt werden. Dabei leistet die FaSi wertvolle Unterstützung, und der Unternehmer ist meist nicht in der Lage, diese Aufgaben komplett alleine abzudecken.

Ist das Unternehmermodell also zu kurz gedacht?
Ja – zumindest im Bereich Veranstaltungstechnik! Schlussendlich muss – wie beschrieben – die Arbeit erledigt werden. Und das am besten durch Fachleute. Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit kennen gute Ansätze, um Unfälle zu verhindern. Ich würde den Einsatz einer FaSi nicht beschränken. Und gerade in unserer Branche an vielen verschiedenen Produktionsorten sind die Herausforderungen für den Arbeitsschutz besonders hoch!

Kein Unternehmermodell, was denn dann?
Beratung durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit, in dem Umfang, wie es das jeweilige Unternehmen braucht. Wirklich konkret hinschauen, wo Handlungsbedarf ist, wo Unfälle oder Beinahe-Unfälle stattfinden und in enger Zusammenarbeit mit der FaSi daran arbeiten. Dabei sollten die Experten die Branche und ihre besonderen Bedingungen kennen, um realistische Lösungen anzubieten. Auch deshalb hat der VPLT die FaSi-Initiative gestartet.

Was ist das genau?
Die FaSi-Initiative ist ein Kompetenznetzwerk von Fachkräften mit besonderer Branchenkenntnis. Hier kann sich jeder online über die mitwirkenden Fachkräfte für Arbeitssicherheit informieren und diese direkt für die Beratung kontaktieren. Somit besteht für die Unternehmer ein leichter Zugang ohne viel Recherchearbeit. Und oft auch ein konkreter Mehrwert für das Unternehmen.

Hier gibt es mehr Infos zur VPLT FaSi-Initiative

 

 

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